Chorische Stimmbildung

Im Bereich der klassischen Musik

Heutzutage möchte kaum ein Kirchenchor der etwas auf sich hält, und dessen Chef mindestens B-Kantor ist (oder sein sollte!), auf die „große“ Chorliteratur verzichten.

Diese anspruchsvollen Werke aber stellen, entsprechend ihrem Schwierigkeitsgrad, für alle Stimmen eine enorme Herausforderung dar!

Verantwortungsvolle Leiter betrachten daher chorische Stimmbildung als absolutes „Muss“.

Eine Einteilung des Chores in zwei Atemtypen löst erstaunlich viele stimmlich-intonatorische Probleme, beugt Kehlkopf-Ermüdung vor (Chorfreizeiten!), verbessert Klang und Homogenität des Chores, befriedigt auch den Musiker im Sänger, und macht ihn zu einem befähigten Diener „erhabener“ Werke.


Gospel / Jazz / Pop

Das oben Gesagte gilt auch für die hier angesprochenen Stilrichtungen.

Allerdings erweist sich dabei die angestrebte Homogenität des Klangbildes als ungleich schwieriger, da es den meisten Komponisten dieses Genres darum geht, emotionale Aussagen mit der geballten Kraft der Bruststimme zu befördern. Und genau da lauern die stimmtechnischen „Fallen“: Wird das Brustregister übertrieben eingesetzt wehrt es sich mit einem deutlich wahrnehmbaren „Registerbruch“, die Kopfstimme verliert drastisch an Energie und man singt quasi mit zwei Stimmen!

Eine bipolare, sprachbetonte Stimmbildung kann viel zur Lösung dieses Problems beitragen.

Copyright © 2003 by Brigitta Seidler-Winkler. Alle Rechte vorbehalten.