Mein Prinzip

Individuelle Stimmbildung unter Berücksichtigung des Prinzips der zwei Atemtypen

Mit Stimmbildung bezeichnet man die Entwicklung unseres ureigenen Instrumentes - der Stimme. Gesangspädagogen verstehen sich also in erster Linie als Instrumentenbauer. Auf einem Musikinstrument lassen sich unterschiedliche Stilarten spielen, daher gilt unser Angebot auch für verschiedene Sparten des Gesanges: Zeitgenössische Musik, Oper, Lied, Kirchenmusik, Musical, Jazz, Folk und Pop.

Hinter dem Begriff Terlusollogie® verbirgt sich ein Ordnungsprinzip das die Menschen in zwei Atemtypen einteilt: in aktive Einatmer und aktive Ausatmer.

Sonne und Mond sind offenbar in der Lage unser Gehirn in der Geburtsstunde entsprechend zu prägen.

Aus dem Überwiegen des Sonneneinflusses resultiert eine aktive Ausatmung, überwiegt dagegen der Mondeinfluss, manifestiert sich eine aktive Einatmung. Diese Bahnung hält ein Leben lang an.

Ist die duale Maxime erst einmal erkannt und angenommen, wird eine gezielte, individuelle Stimmbildung möglich. Dabei geht es nicht unbedingt darum, vertraute Übungen zu ersetzen, sondern vielmehr darum, fehlerhaftes Stimmverhalten an seiner bipolaren Wurzel aufzuspüren, d.h. das Gehirn immer wieder an die Typenprägung zu erinnern und Körperfunktionen, Atemvorgänge und Bewegungsabläufe entsprechend zu koordinieren. Nur so lässt sich das Bewusstsein für dieses erhellende, terlusollogische Ordnungssystem gründlich vertiefen.

Was können Sie?

Was wollen Sie können?

Was sind Ihre Ziele?
Ich unterscheide drei aufeinander folgende Stufen in der gesanglichen Ausbildung, die natürlich fließend ineinander übergehen. Für welche Stufe der atemtypgerechten Ausbildung interessieren Sie sich? Bitte wählen Sie aus ....

Sie möchten - vielleicht zum ersten Mal - Ihre Stimme entdecken oder wollen an frühere Gesangsstunden mit atemtypgerechtem Unterricht anknüpfen?

Stimmbildung
Sie möchten die Fähigkeit entwickeln, auf dem gut gebauten Instrument “Stimme” auch mühelos spielen bzw. musikalische Anforderungen differenziert verwirklichen zu können?

(Berufsvorbereitender) Gesangsunterricht
Ihr Körper ist in der Lage Bewegungsabläufe so zu koordinieren, dass weder Atem noch Stimmklang beeinträchtigt werden? Sie beherrschen vorgegebene musikalische Texte sicher auswendig? Dann können Sie sich der atemtypgerechten, szenischen Liedinterpretation widmen.

Szenische Liedinterpretation

Meine Fragen für ein Interview mit Frau Brigitta Seidler-Winkler:

1.   Frau Seidler-Winkler, wie kamen Sie zur Terlusollogie?
Nach einer funktionalen Weiterbildung bei Prof. Cornelius L. Reid meinte ich, endlich sicheren pädagogischen Boden unter den Füßen zu spüren, da bekam ich ein Buch über die Atemtypen geschenkt. Zunächst lag das Werk ungeöffnet auf dem Flügel – daher verstehe ich Alle, die dieser Lehrmeinung anfänglich skeptisch begegnen: mir ging es nicht anders! – dann nahm meine Neugier überhand und beim Lesen fielen mir sofort Schuppen en masse von den Augen.
Die spätere Begegnung mit Frau Dr. med. Charlotte Hagena und ihrem Sohn Christian brachte letztendlich die Wende in mein pädagogisches Leben.
Die vielen Widersprüche - die j e d e s stimmphysiologische Buch enthält - wichen einer binokularen Sichtweise. Die Atemtypologie Terlusollogie® ermöglichte es mir zudem, differenziert an die Bel Canto Tradition anzuknüpfen. Denn bereits die alten Meister der italienischen Sangeskunst unterrichteten nach z w e i Methoden. Die aktiven Einatmer hätten sich seinerzeit unter „inhalare la voce“, die aktiven Ausatmer unter „liberare la voce“ gut betreut empfunden. Damals wie heute jedoch fand man seine Lehrer mehr oder minder zufällig, machte ergo früher oder später - oder gar keine – „Karriere“. Da sich aber die Atem-Typologie immer rascher durchsetzt, haben es Gesangsstudenten in unserem Jahrhundert sehr viel leichter, den für sie geeigneten Lehrer zu finden!

2.   Eine schweizer Gesangspädagogin sagte mir, sie würde nach der Atemtypenlehre unterrichten, sei dabei aber nicht stur.
      Was können Sie mit dieser Aussage anfangen?
Erst einmal würde ich das abwertende Wort stur durch den Begriff konsequent ersetzen. Und genau diese Konsequenz ist bei jeder Muskelinformation generell, bei einer u.U. notwendigen Schwerpunktverlagerung von schnelle auf langsame Muskelfunktionen1 – die auch muskuläre Vorgänge im Ansatzrohr bedingen! - ganz besonders wichtig. Ist diese Adaption erst einmal vollzogen, kann man die Zügel wieder lockern, sollte aber darauf achten, dass sich das typbezogene Muskel-Verhältnis nicht wieder verschiebt. Dazu braucht es ein gut geschultes Lehrerohr!

3.   Kann man die Menschen ihrer Meinung nach denn wirklich in zwei Kategorien einteilen – Solar und Lunar?
     Gibt es keine Mischtypen?
Um das zu beantworten muss ich mich (ich diene einer Erfahrungswissenschaft!), außer auf die langjährigen Erfahrungen und Menschen-Beobachtungen von Erich Wilk2 und den doctores Hagena, vor allem auf die Erkenntnisse meiner Unterrichtspraxis berufen.
Da nicht nur der Mensch, sondern alle Säugetiere entweder aktiv ein- oder aktiv ausatmen, also das eine - laut Atemtypelehre - bewusst und das andere reflektorisch abläuft, kann es ein „Dazwischen“, also eine Mischform, nicht geben.
Natürlich kann sich die Atmung in Ausnahmesituationen auch immer mal verschieben, aber wenn der Mensch wieder zur Ruhe gekommen ist, findet er in seine Ur-Form zurück. Das ist nachts – z.B. von einem Partner – besonders gut zu überprüfen.
Auf der Website der Terlusollogie® kann man zudem einen sehr guten Test finden, der sog. Fragezeichentypen bei ihrer Bestimmung helfen kann.
Je zielstrebiger man nach den Gesetzmäßigkeiten des eigenen Typs sucht, desto erfolgversprechender machen sich, nach ganz kurzer Zeit, positive Veränderungen nicht nur der Stimme, sondern der gesamten Persönlichkeit bemerkbar. Oft wird eine zunehmende Entspannung der Psyche erlebt. Sänger, die konsequent ihrem Typ zugeführt wurden, beschreiben diese Determination mit Worten wie: „ ...endlich bei mir angekommen“ „ ...jetzt weiß ich endlich, wo ich hingehöre“, „ ...zum ersten Mal erlebe ich ganz deutlich den Unterschied zwischen bewussten und reflektorischen Prozessen in meiner Person!“ Der wichtigste Ausspruch lautete: „..mit einer solchen Richtlinie singt und lebt es sich gleich viel leichter!“
Natürlich kann man auch mit den Mitteln des Gegentyps gut singen, es kostet nur sehr viel mehr Energie und Konzentration und macht häufig übermäßige Stimmschonung nötig.Natürlich können Sie auch in Ihrem Gegentyp singen, es kostet nur unendlich mehr Kraft und

4.  Mir scheint, dass bei uns in Westeuropa vorwiegend die solare Atemtechnik und die solare Gesangstechnik proklamiert wird.
     Wie sehen Sie das?
Da bin ich – als bewuste Einatmerin - völlig Ihrer Meinung! Inzwischen ändert sich das aber: die Atemtypenlehre – wie auch immer weitergegeben – zeitigt langsam ihre Wirkung! Es gibt z.B. immer mehr Musikhochschulen und andere Lehranstalten, die den Mut haben, sich mit dieser Lehrmeinung auseinanderzusetzen und Gastdozenten einladen, die mit dem Thema schon weitgehend vertraut sind. Ergo wird man auch an seiner HfM bald immer mehr lunare Lehrer finden.

5.  Was würden Sie einem jungen Menschen raten, der nichts lieber als singen möchte und vorhat an einer Hochschule Gesang zu studieren?
Mein Rat – auf den hin alle von mir auf Aufnahmeprüfungen vorbereiteten Schüler ihre Hochschul-Lehrer gefunden haben! – macht Euch vorher kundig: Einmal über die typologischen Unterschiede (Internet/einschlägige Bücher zum Thema). Besucht mit diesem erweiterten Wissen Klassenabende verschiedener Pädagogen an Eurer Wahl-Hochschule. Achtet auf Körper- und Kopfhaltungen der Studierenden, beobachtet auffällige Verspannungen von Gesicht und Hals. Beobachtet ob die zukünftigen Kommilitonen stimmig oder eher unstimmig wirken, ob ihnen das Singen sichtlich Freude bereitet oder sie sogar quält, und last but by no means least: hört, hört, hört! Hört auf die Unterschiede im Tonansatz: kommt er direkt oder leicht verzögert, wirkt er eher luftig (solar) oder etwas stärker fokussiert (lunar), wird besser ab- oder besser angesprochen (Lu/Sol). Des Weiteren versucht – über das Internet oder mit Hilfe der Kommilitonen – an die Geburtsdaten Eurer bevorzugten Lehrer zu kommen! Die Berechnung via www.terlusollogie ist die sicherste Methode den zumindest typen-idealen Prof. zu finden! Vielleicht habt Ihr ja auch Glück und geratet an einen neugierigen, aufgeschlossenen, womöglich bereits informierten Dozenten.

6.   Denken Sie es ist möglich nach erlerntem Singen mithilfe der falschen Technik des Atemgegentyps, sich wieder typengerecht umzustellen?
Bitte streichen Sie das Wort falsche Technik.
Mithilfe der Technik des Atemgegentyps? Davon bin ich überzeugt! Es ist allerdings von beiden Seiten Geduld gefragt: was unsere Hirnrinde einmal aufgezeichnet hat, gibt sie so leicht nicht wieder her! Was diese Umstellung angeht, sind wir Gesangslehrer den meisten anderen Therapeuten gegenüber sichtlich überlegen: Unsere Schützlinge spüren sofort, ob der Atem besser strömt oder der Ton sich eher im Sog verdichtet, eine Phrase endlich auf einem Atem bewältigt werden kann, ob das Passaggio weniger Probleme macht, die Höhe mit mehr bzw. weniger Luftzufuhr leichter fällt usw. Dennoch brauchen alle Kehlkopf-Prozesse Zeit, denn Stimmbildung ist ein Synonym für Instrumentenbau und unser Ansatzrohr besteht nun mal aus Knorpeln, Muskeln, Sehnen und Nerven, deren Entwicklung/Veränderung nur durch konsequentes Training zu bewerkstelligen ist!

7.   Gibt es im Gesang auch Mischtechniken oder sängerische Situationen die der/die Sänger/in vorteilhaft mit der Technik des Atemgegentypen meistert? -
Das ist eine berühmte Falle: Zwar sind alle Anforderungen an uns Sänger leichter mit typengerechtem Verhalten zu bewältigen, aber Komponisten, Kapellmeister und Regisseure fordern uns auch immer wieder typenwidriges Verhalten ab. Das kann unser Kehlkopfsystem selbstverständlich eine Weile leisten, aber gemäß der Forderung des Naturgesetzes Nr.1: „Größtmögliche Energieausbeute bei geringst-möglichem Energieaufwand“, nur über einen begrenzten Zeitraum! Wiederkehrende Stimmkrisen (auch bei ganz „Großen“!), zu frühe Karriereabbrüche, plötzliche Fachwechsel, verzögerte Entwicklungen usw. säumen die Wege zahlreicher Stumm-Betroffener (denn wer gibt seine Schwierigkeiten schon gerne zu...).

8.   Wurde Ihr Gesangsunterricht durch das Wissen um die Atemtypenlehre vereinfacht oder komplizierter?
Beides: Die erste terlusollogische Zuordnung fällt erst einmal leicht. Aber mit fortschreitender Entwicklung muss den vielfältigen Anforderungen an die sängerische Profession feinmotorisch Rechnung getragen werden und macht eine weiterführende methodische Differenzierung nötig. Typengerechte Muskelinformationen wirken sich ja bis in die feinsten Sehnen und Nervenprozesse des Kehlkopfes aus und gelangen früher oder später auch an die Grenze des Feinstofflichen. Das erfordert Geduld und nochmals Geduld, häufiges Nach- und Hinterfragen der eigenen „Gewissheiten“, Vertrauen des Schülers in den Lehrer und unendliche Liebe zur Sache! Dabei ist ein Blick über den Tellerrand immer wieder angesagt, nicht zuletzt um von den Erfahrungen anderer Kollegen zu profitieren. Die Terlusollogie® ist und bleibt jedoch Basis und Ausgangspunkt unserer Gesangs-Pädagogischen Arbeit, sowie wir uns ganz selbstverständlich auch auf das Funktionale Stimmtraining - nach Prof. Cornelius L. Reid – stützen.

9.   Wie erklären Sie sich, dass die Atemtypenlehre noch so wenig bekannt ist?
Das ist nicht ganz richtig: die Typenlehre ist inzwischen sehr wohl bekannt, wird aber oft als Humbug verdrängt. Vor allem von solchen Menschen, die sich einer direkten Konfrontation nicht stellen mögen. Grundvoraussetzungen um der Typenlehrmeinung zu immer größerem Erfolg zu verhelfen, sind Aufgeschlossenheit, Neugierde und Mut. Sich auf neue Sichtweisen einzulassen erfordert immer ein gesteigertes Maß an Zivilcourage. Gefestigte Persönlichkeiten haben mit diesen Öffnungen selten Probleme.
Vielleicht sollten Sie dazu aber besser jene Sänger befragen, die mit der Atemtypenlehre bereits vertraut sind. Warum?: Einem überzeugten terlusollogischen Gesangs-Lehrer wird häufig Subjektivität unterstellt!

10.  Stört es Sie persönlich, dass der Atemtyp durch den Einfluss von Sonne und Mond bestimmt wird?
Nein, überhaupt nicht! Die Einflüsse dieser beiden großen Gestirne auf die Natur und die Organismen von Säugetieren sind inzwischen anerkannt.
Natürlich wäre es wünschenswert, wenn die Medizin, die Astrophysik, die Hirnforschung - oder welche Wissenschaft auch immer - sich der Sache annähme und endlich das missing link fände, das da lautet: „Warum - durch welche physikalische Größe - manifestiert sich die Typenprägung ausgerechnet in unserer Geburtsstunde?“
Aber dazu müsste man die Regeln des hochkomplexen Wissenschaftsbetriebes nicht nur durchschauen, sondern unterlaufen können! (Ariadne hilf! Wo ist dein Faden aus diesem Labyrinth?)

BSW
Copyright © 2003 by Brigitta Seidler-Winkler. Alle Rechte vorbehalten.